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To weaken, or to strengthen international human rights organizations? That is the question of societal actors, domestic institutions, and international interdependencies

Internationale Menschenrechtsorganisationen - zu schwächen oder zu stärken? Das ist hier die Frage für gesellschaftliche Akteure, staatliche Institutionen und internationale Interdependenzen

  • Increased international compliance with human rights and democracy standards is a core issue for both human rights and democratizing actors as well as for victims of human rights abuse. International human rights organizations (IHROs) are expected to make positive contributions to this end, even though they possess low levels of authority. This authority has been renegotiated multiple times in various reform processes. An oversimplified expectation would have us assume that democracies would want to strengthen IHROs, and that autocracies would seek to weaken them. As the United Nations Human Rights Council (UNHRC) was reformed in 2006, 2007, 2010, and 2011, some autocracies strived to abolish parts of the UNHRC. Other autocracies aimed “merely” to weaken them. Democracies displayed an even larger variance. Indonesia and India predominantly favored weakening the UNHRC, whereas Ghana and Spain supported exclusively strengthening of the organization. Additionally, some attitudes towards the UNHRC changed from one year to the next. Autocracies diverge not only in their stances towards the UNHRC, but also across their domestic and international dimensions. Nigeria allows different levels of participation by societal actors than, say, Belarus. Cuba does not have the same domestic institutions as Russia. Iran enters international negotiations from a different position than Thailand. Democracies vary on the domestic and international dimensions as well. The Czech Republic is not the US, and Costa Rica is different from South Africa. The question that drives my research is how we can explain the broad variety of state preferences for strengthening or weakening IHROs. Previous research has mostly concentrated on democracies, leaving autocracies understudied. It also treated countries as black boxes. To account for such shortcomings, first, I systematically test the relationship between the UNHRC and its authoritarian and democratic members by means of inferential statistics. Second, I analyze a bottom-up process inherent to New Liberalism. It scrutinizes the role of domestic societal actors, domestic institutions, as well as pressures on the international stage. The results reveal that societal actors, along with the interplay of wealth and regime type in the international realm, figure as the most important predictors of delegation preferences voiced by autocracies and democracies during the reform of the monitoring bureaucracy Special Procedures of the UNHRC. Societal actors play a more important role in democracies than in autocracies. Institutionalized domestic oversight mechanisms help societal actors to conduct effective lobbying at the domestic level. Oversight mechanisms are more important than the rule of law and electoral institutions. Regarding international coalition building, authoritarian regimes turn out to be better organized than democracies. I conclude that supporters of strong IHROs shall 1. empower domestic societal actors; 2. disrupt cohesive delegation preferences of authoritarian regimes; and 3. invest in independent domestic oversight mechanisms.
  • Menschenrechts- und demokratische Akteure als auch Opfer von Menschenrechtsverletzungen hoffen auf eine verbesserte Einhaltung von Menschenrechts- und Demokratie-Standards. Es wird von internationalen Menschenrechtsorganisationen (IMOs) erwartet, dass sie einen positiven Beitrag dazu leisten, obwohl sie nur über wenig Autorität in dieser Sachlage verfügen. Diese Autorität wird mehrfach in Reformprozessen neu verhandelt. Einer einfachen Annahme folgend würden Demokratien IMOs stärken wollen, während Autokratien sie schwächen wollen. Die Empirie zeigt:Als der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (kurz: Menschenrechtsrat) in den Jahren 2006, 2007, 2010 und 2011 reformiert wurde, haben manche Autokratien angestrebt, Teile vom Menschenrechtsrat aufzulösen. Andere Autokratien hatten vor, den Menschenrechtsrat “nur” zu schwächen. Demokratien haben sogar eine noch größere Varianz gezeigt. Indonesien oder Indien haben überwiegend bevorzugt den Menschenrechtsrat zu schwächen. Ghana oder Spanien haben sich hingegen ausschließlich für die Stärkung ausgesprochen. Zudem haben sich manche Einstellungen zum Menschenrechtsrat von einem Jahr zum nächsten geändert. Weiters variieren Autokratien nicht nur in ihren Einstellungen zum Menschenrechtsrat, sondern auch im Bezug auf ihre innerstaatlichen und internationalen Dimensionen. Zum Beispiel erlaubt Nigeria eine unterschiedliche Beteiligung der gesellschaftlichen Akteure als Belarus; Kuba besitzt nicht dieselben innerstaatlichen Institutionen wie Russland; und der Iran geht in internationale Verhandlungen mit einer anderen Position hinein als Thailand. Demokratien variieren ebenfalls auf der innerstaatlichen und internationalen Ebene. Tschechien gleicht nicht den Vereinigten Staaten und Costa Rica unterscheidet sich von Südafrika. Die Frage, welche meine Forschung antreibt, lautet: Wie kann die große Varianz an Präferenzen für die Stärkung und Schwächung der IMOs erklärt werden? Bisherige Studien haben sich vornehmlich auf Demokratien konzentriert und haben Autokratien nicht ausreichend erforscht. Um diese Forschungslücke zu schließen, untersuche ich systematisch die Beziehung von autoritären als auch demokratischen Regimen zum Menschenrechtsrat mithilfe von Inferenzstatistiken. Des Weiteren wurden in bisherigen Studien Staaten als black boxes behandelt. Um letzterem entgegenzuwirken, beziehe ich den theoretischen Rahmen aus dem Neuen Liberalismus. Der Neue Liberalismus sieht einen bottom-up Prozess vor. Dieser Prozess besteht aus drei Phasen: 1) Gesellschaftliche Akteure generieren Interessen für das Stärken oder Schwächen von IMOs, 2) die Interessen werden dann von innerstaatlichen Institutionen teilweise verzerrt und 3) internationalen Zwängen ausgesetzt. Die Inferenzstatistiken zeigen, dass gesellschaftliche Akteure - inklusive des Zusammenspiels von Reichtum und Regimetyp auf der internationalen Ebene - die zwei wichtigsten Prädikatoren der Delegationspräferenzen im Bezug auf die Monitoringbürokratie “Spezielle Verfahren des Menschenrechtsrats” sind. Gesellschaftliche Akteure spielen in Demokratien eine größere Rolle als in Autokratien. Institutionalisierte innerstaatliche Überwachungsmechanismen helfen gesellschaftlichen Akteuren effektives Lobbying auf der staatlichen Ebene zu betreiben. Solche Überwachungsmechanismen sind wichtiger als Rechtsstaatlichkeit oder Wahlinstitutionen. Hinsichtlich Koalitionsbildungen auf der internationalen Ebene sind Autokratien besser organisiert als Demokratien. Hinsichtlich Policy-Empfehlungen sollten Unterstützer von IMOs 1) innerstaatliche gesellschaftliche Akteure befähigen 2) die kohäsiven Delegationspräferenzen der autoritären Regimen stören und 3) in unabhängige innerstaatliche Überwachungsmechanismen investieren.

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Metadaten
Author:Pavel Šatra
URN:urn:nbn:de:gbv:luen4-opus4-12294
URL: https://pub-data.leuphana.de/frontdoor/index/index/docId/1229
Referee:Vera van Hüllen (Apl. Prof. Dr.), Stephanie Hofmann (Prof. Dr.), Christian Welzel (Prof. Dr.)
Document Type:Doctoral Thesis
Language:English
Year of Completion:2022
Date of Publication (online):2022/05/27
Publishing Institution:Leuphana Universität Lüneburg, Universitätsbibliothek der Leuphana Universität Lüneburg
Granting Institution:Leuphana Universität Lüneburg
Date of final exam:2021/11/22
Release Date:2022/05/27
Institutes:Fakultät Kulturwissenschaften
Licence (German):License LogoDeutsches Urheberrecht