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Raumnutzung von Rindern und Schafen in einer großräumigen Weidelandschaft

Site use of cattle and sheep in a large-scale pasture landscape

  • In jüngster Zeit führten moderne Entwicklungen der Landbewirtschaftung und veränderte ökonomische Rahmenbedingungen europaweit dazu, dass vor allem landwirtschaftliche Grenzertragsflächen brach fielen, während andere Flächen eine Nutzungsintensivierung erfuhren. In dem Bemühen, einem damit verbundenen Flächenverlust naturschutzfachlich wertvollen extensiv genutzten Grünlandes entgegenzuwirken, ist das Konzept der halboffenen Weidelandschaft von zentraler Bedeutung. Eine ganzjährige, extensive Beweidung von großräumigen Weidesystemen mit gemischtartigen Herden soll die Biodiversität halboffener Kulturlandschaften erhalten und einer Ausbreitung von Gehölzen entgegenwirken. Die vorliegende Dissertation beruht auf Untersuchungen, die von 2000 bis 2005 auf einer 180 ha großen Teilfläche des Naturschutzgebietes Höltigbaum am östlichen Stadtrand Hamburgs durchgeführt wurden. Mittels GPS (Globales Positionierungssystem) und GIS (Geographisches Informationssystem) wurde die Raumnutzung von Rindern und Schafen von Januar bis Oktober 2003 untersucht. Jeweils ein Rind sowie ein Schaf wurden mit GPS-Empfängern versehen und ihre Positionskoordinaten alle fünf Minuten gespeichert. Die Positionsdaten wurden hinsichtlich zuvor erhobener räumlicher Faktoren wie Vegetationseigenschaften, Geländehöhe, Gehölzdichte, Entfernungen von Zäunen, Wasserstellen und einem Schafunterstand analysiert, um folgende Fragen zu beantworten: · Welche Lebensräume werden wann und von welcher Weidetierart bevorzugt, werden alle Lebensräume genutzt? · Von welchen Faktoren wird das jeweilige Raumnutzungsverhalten der Weidetiere maßgeblich beeinflusst? · Halten sich Weidetiere in Gehölzen auf bzw. schädigen sie Gehölze? · Ist es sinnvoll, gemischtartige Herden einzusetzen? Die Rinder hielten sich während des gesamten Untersuchungszeitraums vornehmlich in feuchten, produktiveren Habitaten auf, während die Schafe trockene und nährstoffarme Lebensräume bevorzugten. Saisonale Unterschiede im Verhalten der Weidetiere lassen sich bedingt erkennen, doch führte die winterliche Nahrungsknappheit zunächst zu einer noch intensiveren Beweidung der grundsätzlich bevorzugten Lebensräume. In erster Linie wurde die Raumnutzung der Weidetiere von Weideeinrichtungen bestimmt. Die Raumnutzung der Rinder war insbesondere abhängig von der Wasserverfügbarkeit eines Standorts, während die Schafe bevorzugt in der Nähe ihres Unterstandes weideten. Aufgrund der ausschlaggebenden Bedeutung von Weideeinrichtungen wie Tränken, Ställen und Zäunen, sollte deren Positionierung zentraler Bestandteil von Planungen zukünftiger Weidelandschaften sein. Schafe spielten bei der Eindämmung des Birkenaufwuchses eine weitaus bedeutendere Rolle als Rinder. Weißdorne wurden von den Weidetieren in der Regel nicht letal geschädigt. Deutlicher als jahreszeitliche Verhaltensunterschiede waren Verhaltensunterschiede zwischen Rindern und Schafen. Erst die komplementären Raumansprüche der beiden Arten führten zu einer Nutzung aller Lebensräume der Weidelandschaft. Eine extensive Beweidung vorausgesetzt, erscheint die gemischtartige Beweidung mit Rindern und Schafen geeignet für die Pflege und Erhaltung halbnatürlicher Landschaften.
  • In recent decades, agricultural land use has changed all over Europe due to the introduction of modern land cultivation techniques and changing economic conditions; areas of marginal use have became fallow, whereas other areas have experienced an increase in the intensity of use. In the face of this, the “semi-open pasture landscape” is considered to be a suitable concept to prevent considerable loss of valuable extensively-utilized land. Year-round mixed grazing, at low densities in large-scale pasture systems, is meant to maintain the biodiversity of semi-open cultural landscapes and to prevent the spread of shrubs. The studies described here were carried out in the period 2000-2005 on 180 ha of the Höltigbaum nature reserve at the eastern edge of Hamburg. From January to October 2003, I employed GPS (global positioning system) and GIS (geographic information system) techniques to investigate use of the site by cattle and sheep. GPS collars fitted to one cow and one sheep recorded the animals’ positions every five minutes. I analysed the resulting location data with regard to spatial conditions such as vegetation characteristics, altitude, shrub density, and distances from fences, water sources and a sheep shed, in order to answer the following questions: · Which habitats are preferred when and by which herbivore species; are all habitats used? · Which are the major factors affecting cattle and sheep grazing patterns? · Do herbivores use or damage stands of shrubs? · Is it useful to graze herds of different species? The results show that cattle preferred moist and productive habitats, whereas sheep preferred dry and nutrient-poor habitats. There are seasonal changes in the grazing animals’ behaviour, but as food supply waned in winter the preferred habitats were used even more intensively first. Site utilization by grazing animals was strongly steered by grazing management facilities. Water availability had a considerable influence on the way cattle used the site, whereas the heath sheep preferred to remain closer to their shed. Hence, the positioning of drinking troughs, fences and sheds should be carefully considered in the planning of future pastures. Sheep proved to be more important than cattle in preventing young birches from spreading. In most cases, hawthorn was not lethally damaged by herbivores. The differences in the spatial preferences of the two species were more marked than the seasonal changes in those preferences. The spatial demands of cattle and sheep appeared to be complementary; it was only because both species were grazed that all habitats available in the study area were utilized. Provided that stocking rates are low, mixed grazing by cattle and sheep appears to be suitable for the conservation of semi-natural landscapes.

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Metadaten
Author:Dorothee Putfarken
URN:urn:nbn:de:gbv:luen4-opus-4122
URL: https://pub-data.leuphana.de/frontdoor/index/index/docId/456
Advisor:Werner Härdtle (Prof. Dr.)
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Year of Completion:2007
Date of Publication (online):2007/02/26
Publishing Institution:Leuphana Universität Lüneburg
Granting Institution:Leuphana Universität Lüneburg, Nachhaltigkeit
Date of final exam:2006/02/21
Release Date:2007/02/26
Tag:Futterpräferenz; Naturschutz; gemischte Beweidung
feeding electivity; mixed-species grazing; nature conservation
GND Keyword:Naturschutz; Beweidung
Institutes:Universität / Frühere Fachbereiche
Dewey Decimal Classification:5 Naturwissenschaften und Mathematik / 54 Chemie / 540 Chemie und zugeordnete Wissenschaften