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Sustainability and Justice - Conceptual Foundations and Cases in Biodiversity and Fishery Policy

Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit - Konzeptionelle Grundlagen und Fallstudien in der Biodiversitäts- und Fischereipolitik

  • Sustainability aims at justice in a threefold sense: intragenerational justice, intergenerational justice, and justice towards nature. However, the justification, specific content and practical implications of justice claims and obligations in the sustainability context often remain underspecified. This dissertation therefore asks: How can the concept of justice be structured systematically? How can justice be specified in the context of sustainability? Which specific problems of justice arise in sustainability policy? And what are the respective contributions of (sustainability) economics and (sustainability) ethics? The five papers of this cumulative dissertation approach these issues from different angles, working at the conceptual level and at the level of cases from biodiversity and fishery policy. In Paper 1, a formal conceptual structure of justice is developed, which lists the conceptual elements of justice conceptions: the community of justice including claim holders and claim addressees, their claims (and corresponding obligations), the judicandum (that which is to be judged as just or unjust), the informational base for the assessment, the principles of justice, and on a more practical level, the instruments of justice. By specifying these conceptual elements of justice, it is possible to analyse and compare different conceptions of justice. In Paper 2, the normative dimension of sustainability is discussed in terms of justice. Based on the identification of certain core characteristics of the concept of sustainability, we determine the specific challenges of justice in the context of sustainability along the conceptual structure of justice (from Paper 1). Inter alia, we show that sustainability calls for the integration of justice claims in the relationships with contemporaries, future humans and nature in a non-ideal context characterized by uncertainty, systemic mediation and limits. Paper 3 addresses the contribution of economics to the assessment of trade-offs between intergenerational and intragenerational justice. Economic analysis can delineate the opportunity set of politics with respect to the two justice objectives and identify the opportunity cost of attaining one justice to a higher degree. While the two justices are primary normative objectives, the criterion of efficiency - when directed at the attainment of these justice objectives - has the status of a secondary normative objective. Paper 4 constitutes a case study, reconstructing the ´biopiracy´ debate from a justice perspective. The paper links to the so called Access and Benefit-Sharing framework of the Convention on Biological Diversity, and addresses the question, which problems of justice arise regarding the utilization of genetic resources and traditional knowledge, especially if associated with patenting. It is shown that the predominant perspective of justice-in-exchange is insufficient and therefore complementary conceptions, namely of distributive justice, corrective justice and structural justice have to be taken into account. Paper 5 empirically assesses the justice notions of stakeholders in the Newfoundland fishery, building on qualitative semi-structured interviews and a combination of inductive and deductive coding. A central result is that inshore fishers are seen as the main claim holders, with a claim to participate and being listened to, and the opportunity to make a living from the fishery. Recognition, participation and distribution are all important domains of justice in the context of the Newfoundland fishery. The paper also discusses the relationship between normative theorizing and empirical justice research. Overall, this thesis integrates ideal and non-ideal normative theorizing, economic analysis, empirical justice research and hints at institutional implementation in the debate on sustainability and justice.
  • Nachhaltigkeit zielt auf Gerechtigkeit in einem dreifachen Sinne: intragenerationelle Gerechtigkeit, intergenerationelle Gerechtigkeit, und Gerechtigkeit gegenüber der Natur. Jedoch sind die Begründung, der spezifische Inhalt und die praktischen Implikationen von Gerechtigkeits-Ansprüchen und - Verpflichtungen im Nachhaltigkeits-Kontext häufig nicht ausreichend spezifiziert. Diese Dissertation fragt daher: Wie kann das Konzept der Gerechtigkeit systematisch strukturiert werden? Wie kann Gerechtigkeit im Nachhaltigkeits-Kontext spezifiziert werden? Welche spezifischen Gerechtigkeits-Probleme treten in der Nachhaltigkeitspolitik auf? Und was sind die jeweiligen Beiträge der (Nachhaltigkeits-) Ökonomik und (Nachhaltigkeits-) Ethik? Die fünf Artikel dieser kumulativen Dissertation nähern sich diesen Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven, auf der konzeptionellen Ebene und auf der Ebene von Fallstudien aus der Biodiversitäts- und Fischereipolitik. In Artikel 1 wird eine formale konzeptionelle Struktur von Gerechtigkeit entwickelt, welche die konzeptionellen Elemente von Gerechtigkeitskonzeptionen auflistet: die Gerechtigkeits-Gemeinschaft inklusive der Anspruchsinhaber und Anspruchsadressaten, ihre Ansprüche (und korrespondierenden Verpflichtungen), das Judicandum (das, was als gerecht oder ungerecht beurteilt wird), die Informationsbasis für diese Bewertung, die Prinzipien der Gerechtigkeit, und auf einer praktischeren Ebene die Instrumente der Gerechtigkeit. Indem man diese konzeptionellen Elemente spezifiziert, ist es möglich, verschiedene Gerechtigkeits-Konzeptionen zu analysieren und zu vergleichen. In Artikel 2 wird die normative Dimension von Nachhaltigkeit als Gerechtigkeit diskutiert. Basierend auf der Identifikation bestimmter Kern-Charakteristika des Nachhaltigkeits-Konzepts identifizieren wir die spezifischen Herausforderungen an Gerechtigkeit im Nachhaltigkeits-Kontext entlang der konzeptionellen Struktur von Gerechtigkeit (aus Artikel 1). Unter anderem zeigen wir, dass Nachhaltigkeit eine Integration der Gerechtigkeits-Ansprüche in den Beziehungen mit Gegenwärtigen, Zukünftigen und der Natur erfordert, in einem non-idealen Kontext, der durch Unsicherheit, systemische Mediation und Grenzen charakterisiert ist. Artikel 3 untersucht den Beitrag der Ökonomik zur Beurteilung von Zielkonflikten zwischen intergenerationeller und intragenerationeller Gerechtigkeit. Eine ökonomische Analyse kann die Möglichkeitenmenge der Politik in Bezug auf die zwei Gerechtigkeits-Ziele darstellen und die Opportunitätskosten der höheren Zielerreichung eines Gerechtigkeitsziels identifizieren. Während es sich bei den beiden Gerechtigkeits-Zielen um primäre normative Ziele handelt, hat das Effizienz-Kriterium - wenn es sich auf die Erreichung dieser Gerechtigkeits-Ziele bezieht - den Status eines sekundären normativen Ziels. Artikel 4 stellt eine Fallstudie dar, welche die ´Biopiraterie´-Debatte aus Gerechtigkeits-Sicht rekonstruiert. Die Studie knüpft an das Rahmenwerk zu Zugang und gerechtem Vorteilsausgleich der Konvention über biologische Vielfalt an und stellt die Frage, welche Gerechtigkeits-Probleme bei der Nutzung genetischer Ressourcen und traditionellen Wissens auftreten, speziell in Verbindung mit einer Patentierung. Es wird gezeigt, dass die vorherrschende Perspektive der Austausch-Gerechtigkeit nicht ausreicht und dass komplementäre Konzeptionen der Verteilungs-Gerechtigkeit, korrektiven Gerechtigkeit und Ordnungsgerechtigkeit einbezogen werden müssen. Artikel 5 erforscht empirisch die Gerechtigkeitsvorstellungen von Stakeholdern der Fischerei in Neufundland und baut auf qualitativen semi-strukturierten Interviews und einer Kombination von induktiver und deduktiver Kodierung auf. Ein zentrales Ergebnis ist, dass kleinskalige Fischer als Haupt-Anspruchsinhaber gesehen werden, mit einem Anspruch auf Partizipation und Gehört-Werden, sowie auf die Möglichkeit, aus der Fischerei einen Lebensunterhalt zu erzielen. Anerkennung, Partizipation und Verteilung sind wichtige Domänen der Gerechtigkeit im Kontext der Neufundländischen Fischerei. Der Artikel diskutiert auch die Beziehung zwischen normativer Theorie und empirischer Gerechtigkeitsforschung. In der Gesamtschau integriert diese Dissertation ideale und nicht-ideale normative Theorie, ökonomische Analyse, empirische Gerechtigkeitsforschung, und Hinweise auf die institutionelle Umsetzung in der Debatte um Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit.

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Metadaten
Author:Klara Helene Stumpf
URN:urn:nbn:de:gbv:luen4-opus-143215
URL: https://pub-data.leuphana.de/frontdoor/index/index/docId/700
Advisor:Stefan Baumgärtner (Prof. Dr.)
Document Type:Doctoral Thesis
Language:English
Year of Completion:2014
Date of Publication (online):2014/12/19
Publishing Institution:Leuphana Universität Lüneburg
Granting Institution:Leuphana Universität Lüneburg, Nachhaltigkeit
Date of final exam:2014/11/25
Release Date:2014/12/19
Tag:biodiversity; fishery; justice; sustainability
GND Keyword:Nachhaltigkeit; Gerechtigkeit; Biodiversität; Fischerei
Institutes:Fak 3 - Umwelt und Technik (alt) / Nachhaltigkeitsmgmt./-ökologie
Dewey Decimal Classification:3 Sozialwissenschaften / 33 Wirtschaft / 333.7 Natürliche Ressourcen, Energie und Umwelt