Forest conflicts in the face of energy transition and climate change: Actor-centered analysis from a multi-level governance perspective

Waldnutzungskonflikte im Angesicht von Energiewende und Klimawandel: Akteurszentrierte Analyse aus einer multi-Level Governance-Perspektive

  • The future of forests is closely linked to climate change and energy transition because the preconditions for forest management are changed through climate and energy policies (Beland Lindahl and Westholm 2012). Forest management has multiple objectives, and different stakeholders have competing interests in forests. A strong dichotomy between environmental and economic interests has characterized forest policy and most conflicts about forests in the past (Winkel and Sotirow 2011). Climate change and energy transition modify this established conflict line because new conflicts related to climate mitigation, climate adaptation, and renewable energies have blurred the clear opposition between environmental and economic interest (Mautz 2010). In the context of the new challenges of climate change and energy transition, the need for effective, efficient and legitimate forest governance is gaining a new importance. Based on 86 qualitative interviews about forest conflicts and forest governance in five qualitative case studies, theoretical approaches focusing on multi-level and multi-scale governance are merged with the field of environmental and natural resource conflict research in this thesis. Forest conflicts and their governance are a multi-level and multi-scale issue. However, not so much is known about how collective and individual state and non-state actors act in complex governance systems and how they perceive governance systems. In order to contribute to the understanding of these knowledge gaps, this thesis tests the applicability of three theoretical perspectives on multiple scales and levels of decision-making (multi-level governance, polycentricity, politics of scale) to fruitfully study forest conflicts. Furthermore, the thesis provides empirical insights about forest conflicts in the face of energy transition and climate change. Based on the theoretical and empirical findings, this thesis provides practical recommendations to policy makers and practitioners on how to improve governance in forestry and the management of other natural resources. For example, this thesis shows the importance of considering different actor constellations in participatory processes at different governance levels, and that not every actor will react the same way to a certain method of decision-making. Furthermore, this thesis illustrates how trust building measures, such as enhanced communication between stakeholders, transparency in decision-making and forest education can reduce the risk of destructive conflict escalation. This thesis also demonstrates that energy transition and the discussion about climate change are sources of new conflicts, can change old conflicts, and add new, additional levels to forest governance. Thus, climate change and energy transition cause further fragmentation of forest governance and make forest governance more multi-level, create additional venue-shopping opportunities, and bring new actors into forest governance, causing new power constellations in the policy field. Forest governance is in a reconfiguration process which can be conceptualized as shift towards multi-level governance. Level choice and the relation of state and non-state actors in decision-making are important aspects of governance, thus the theoretical approach has yielded valuable insights in forest conflicts and the importance of scale construction in conflict discourses can be illustrated. Different levels are associated with different functions, strengths, and weaknesses of stakeholders; the perceptions of appropriate scale choice are often based on frames. The empirical findings have shown that level choice is often a normative and/or cultural decision, often no objective ´best´ decision-making level exists. Some actors consider different competing, overlapping, and nested decision-making levels to be an opportunity for interest realization; others feel helpless and overwhelmed in complex, multi-level systems. Different re-scaling strategies (up-scaling, down-scaling, fit re-scaling) are applied by actors to realize their interests. Non-state actors have an important function in linking processes from different levels. However, multi-level governance and related concepts have their limits for the explanation of forest conflict processes because some important factors cannot be captured with this approach. For example, social-psychological factors and conflict frames are important for the understanding of conflict development and governance and at a local level individual action and the relations between individuals crucially set the preconditions for the governance of conflicts.
  • Die Zukunft von Wäldern ist eng mit Klimawandel und Energiewende verknüpft, weil die Grundbedingungen für Waldnutzung durch Energie- und Klimapolitik verändert werden (Beland Lindahl and Westholm 2012). Wälder sind multifunktional und verschiedene Stakeholder haben konkurrierende Interessen an Wäldern. Konflikte um Wälder waren in der Vergangenheit durch einen starken Gegensatz zwischen ökologischen und ökonomischen Interessen charakterisiert (Winkel and Sotirow 2011). Klimawandel und Energiewende verändern diese etablierte Konfliktlinie, weil neue Konflikte im Zusammenhang mit Klimaschutz, Klimaanpassung und erneuerbaren Energien den klaren Gegensatz zwischen ökologischen und wirtschaftlichen Interessen verschwimmen lassen (Mautz 2010). Im Zusammenhang mit den neuen Herausforderungen Klimawandel und Energiewende gewinnt die Notwendigkeit für effektive, effiziente und legitime Wald-Governance neue Bedeutung. Auf der Basis von fünf qualitativen Fallstudien mit insgesamt 86 leitfadengestützten Interviews zu Waldkonflikten und Wald-Governance, kombiniert diese Arbeit Theorien zu multi-level und multi-scale Governance mit dem Feld der Forst- und Umweltkonfliktforschung. Waldkonflikte und deren Governance umfassen mehrere politisch-administrative und räumliche Ebenen. Dennoch ist nicht viel darüber bekannt, wie kollektive und individuelle staatliche und nicht-staatliche Akteure in diesen komplexen Governance Systemen handeln und diese Systeme wahrnehmen. Zur Beantwortung dieser ungeklärten Fragen testet diese Arbeit die Anwendbarkeit von drei theoretischen Perspektiven aus dem Feld der Mehrebenenforschung zur Analyse von Waldkonflikten, illustriert die Auswirkungen von Klimawandel und Energiewende auf Wald-Governance und kommt zu Empfehlungen für Politik und Praxis für den Umgang mit Wald- und Umweltkonflikten. Beispielsweise wird durch die Arbeit gezeigt, dass es wichtig ist verschiedene Akteurskonstellationen in partizipativen Prozessen auf verschiedenen Governance-Ebenen zu berücksichtigen und dass nicht jeder Akteur gleich in Entscheidungsprozessen agiert. Des Weiteren wird gezeigt, wie Vertrauensbildende Maßnahmen, wie beispielsweise verbesserte Kommunikation zwischen verschiedenen Stakeholdern, Transparenz in Entscheidungsprozessen und waldpädagogische Bildung das Risiko von destruktiver Konflikteskalation reduzieren kann. Die Arbeit zeigt, dass die Diskussion um den Klimawandel und die Energiewende Ursache für neue Konflikte sind, bestehende Konflikte verändern und Ursache für, zusätzliche Entscheidungsebenen innerhalb des Wald-Goverance Systems sind. Dadurch verursachen die Diskussion um Klimawandel und Energiewende eine weitere Fragmentierung der Wald-Governance Landschaft und die Entstehung zusätzlicher Entscheidungsebenen. Dadurch entstehen zusätzliche Möglichkeiten des ´venue shoppings´. Des Weiteren gewinnen neue Akteure an Bedeutung. Diese Faktoren tragen zur Veränderung bisheriger Machstrukturen in dem Politikfeld Wald bei. Wald-Governance in Deutschland befindet sich in einem Konfigurationsprozess, der als Trend zu multi-level Governance konzeptualisiert werden kann. Die Wahl von Entscheidungsebenen und das Verhältnis von staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren in Entscheidungen sind wichtige Elemente von Governance, daher konnte der theoretische Ansatz wertvolle Einsichten in Waldkonflikte und die Bedeutung der Konstruktion von Entscheidungsebenen in Konfliktdiskursen veranschaulicht werden. Verschiedene Entscheidungsebenen werden von Stakeholdern mit verschiedenen Funktionen, Stärken und Schwächen assoziiert, die Wahrnehmung angemessener Entscheidungsebenen basiert häufig auf Konflikt-Frames. Die empirischen Ergebnisse zeigten, dass die Wahl einer räumlichen Entscheidungsebene häufig eine normative und/oder kulturelle Entscheidung ist. Häufig gibt es keine objektive ´beste´ Entscheidungsebene. Verschiedene konkurrierende, überlappende und ineinander verschachtelte Entscheidungsebenen werden als Möglichkeiten der Interessendurchsetzung von einigen Akteuren angesehen. Andere Akteure fühlen sich hilflos und überwältigt in komplexen Mehrebenensystemen. Verschiedene Strategien werden von Akteuren angewendet, um festgelegte Entscheidungsebenen zu verändern (up-scaling, down-scaling, fit-scaling) um ihre Interessen durchzusetzen. Nicht-staatliche Akteure haben eine wichtige Funktion in der Verknüpfung von Prozessen auf verschiedenen Entscheidungsebenen. Dennoch hat multi-level Governance und verwandte Theoriefelder ihre Grenzen um Konfliktprozesse in Wald-Governance Systemen zu erklären, da einige wichtige Faktoren mit diesem theoretischen Ansatz nicht erfasst werden können. Sozial-psychologische Faktoren und Konflikt-Frames sind wichtig für das Verständnis von Konfliktentstehung und Governance und auf lokaler Ebene spielen individuelle Handlungen und das Verhältnis einziger Akteure zueinander eine wichtige Rolle und legen die Bedingungen für erfolgreiches Governance von Konflikten fest.

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Metadaten
Author:Nataly Jürges
URN:urn:nbn:de:gbv:luen4-opus-143881
URL: https://pub-data.leuphana.de/frontdoor/index/index/docId/753
Advisor:Jens Newig (Prof. Dr.)
Document Type:Doctoral Thesis
Language:English
Year of Completion:2015
Date of Publication (online):2016/02/05
Publishing Institution:Leuphana Universität Lüneburg, Universitätsbibliothek der Leuphana Universität Lüneburg
Granting Institution:Leuphana Universität Lüneburg, Nachhaltigkeit
Date of final exam:2015/12/15
Release Date:2016/02/05
Tag:Germany; climate change; energy transition; forestry; wind energy
GND Keyword:Deutschland; Energiewende; Forstwirtschaft; Windenergie; Klimaänderung
Institutes:Fak 3 - Umwelt und Technik (alt) / Umweltkommunikation
Dewey Decimal Classification:3 Sozialwissenschaften / 33 Wirtschaft / 333.7 Natürliche Ressourcen, Energie und Umwelt